Müdigkeit

Der Frühling hat uns wieder, und das ist gut so! Nun haben so manche von uns mit dem Frühling gerade erst die Winterdepression überstanden, und schon klopft bei vielen die Frühjahrsmüdigkeit an. Und mit der anbahnenden Hochstimmung durch den Frühling ist es schon wieder vorbei.

Welche Ursachen genau für die Frühjahrsmüdigkeit verantwortlich sind, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt. Vermutet wird aber ein Einfluss der erhöhten Sonneneinstrahlung – die der Frühling mit sich bringt – auf die Hormone. Ebenso werden durch die plötzlich höheren Temperaturen die Gefäße erweitert, was wiederum einen Einfluss auf den Blutdruck hat.

Wie auch immer – die Frühjahrsmüdigkeit kann schon sehr belastend sein.

Frühjahrsmüdigkeit ist den meisten ein Begriff. Die ersten warmen Tage im Jahr führen bei vielen Menschen zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel und Kreislaufproblemen.
Wenn die Temperaturen steigen, fühlt sich jeder Zweite in Deutschland gereizt und abgeschlagen, müde und antriebslos. Der Körper braucht einige Wochen, bis er sich an die Frühjahrstemperaturen gewöhnt hat.

Müdigkeit im Frühjahr

Wetterumschwünge führen außerdem oft dazu, dass sich die Anpassungsphase noch verlängert: Die ständigen Wechsel zwischen warm und kalt belasten den Kreislauf besonders von wetterfühligen Menschen: Vor allem wenn die Temperaturen steigen, weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt.

Frühjahrsmüdigkeit: Ursache

Wenn die Tage wieder länger werden und die Temperaturen steigen, kommt unser Körper zunächst nur langsam in Schwung, da sich die innere Uhr erst umstellen muss. Die Ursache der Frühjahrsmüdigkeit ist noch nicht ganz geklärt. Fest steht aber, dass die beiden körpereigenen Hormone Serotonin und Melatonin an den Beschwerden wie Schwindel, Kreislaufprobleme oder Müdigkeit beteiligt sind.

Serotonin ist für die Aktivierung des Körpers und für gute Stimmung zuständig. Das Hormon wird unter Lichteinfluss produziert. Die Lichtreize gelangen in den Hypothalamus, eine Hormondrüse im Gehirn, die die Serotoninproduktion steuert. Je mehr und je länger unser Körper natürlichem hellem Licht ausgesetzt ist, desto mehr Serotonin kann er herstellen. Die vermehrte Sonneneinstrahlung im Frühling kurbelt also unsere Serotoninproduktion an.

Serotonin hat eine Halbwertszeit von 21 Stunden, d.h. nach dieser Zeit ist die Hälfte wieder aus dem Blut verschwunden. War Serotonin in dieser Zeit in der Erfüllung seiner vielen Aufgaben stark eingesetzt, etwa beim Stressabbau, kann man sich gut vorstellen, dass sich in den frühen Morgenstunden ein Serotonin-Tief ergibt, das bei zu Depressionen neigenden Menschen als Morgentief bekannt ist. Ein relatives Morgentief haben aber auch all jene, die schwer aus den Federn kommen und denen die Lust auf den neuen Tag am Morgen gründlich fehlt. Diese Missstimmung zu Tagesbeginn ist durch geschickte Lebensführung vermeidbar, denn wir verstehen die Mechanismen dahinter inzwischen ganz gut. Abends, wenn es dunkel wird, werden wir müde, weil der Organismus beginnt, vorhandenes Serotonin in das Schlaf- und Nachthormon Melatonin umzuwandeln. Im Gehirn gibt es in Gestalt der Epiphyse beziehungsweise Zirbeldrüse ein Art Lichtschalter, der unseren Tag-Nacht-Rhythmussteuert. Am helllichten Tag schaltet die Epiphyse den Serotoninschalter ein und den Melatonin-Schalter aus, bei Dunkelheit umgekehrt.

Melatonin wird nach seinem Einsatz vom Körper wiederaufgenommen, was bedeutet, es wird zerlegt und verwertet, wobei sein Hauptbaustein Serotonin wieder auftaucht. Omas guter alter Gute-Nacht-Trunk erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht. Holländische Forscher bewiesen, dass solch tryptophanreiche Schlafgetränke nicht nur das Erwachen erleichtern und die Stimmung dabei bessern, sondern obendrein, dass die derart versorgten Menschen auch bei frühmorgendlichen Reaktionstest deutlich besser abschnitten. Andere Forschungen zeigen, dass auch ein besonders tryptophanreiches Frühstück unsere Stimmung deutlich heben kann. Wissenschaftlich gesehen verkürzt jedes Frühstück die Reaktionszeit und verbessert die geistige Aufnahmefähigkeit, daher ist es außerordentlich wichtig morgens regelmäßig zu frühstücken Je höher der L-Tryptophan-Anteil des Frühstücks, desto ausgeprägter ist dieser Effekt.

Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit: Was tun?

Viel Bewegung und Spaziergänge im Sonnenlicht kurbeln den Hormonhaushalt an. Wechselduschen härten das Immunsystem ab und machen startklar für den Frühlingsanfang.
Abhärtung ist gut, dennoch nicht überfordern. Beenden Sie einen aktiven Tag mit einem gemütlichen Abend.
Ein tryptohanreiches Frühstück, sowie ein tryptophanreiches Schlafgetränk fördern die Serotoninsynthese.
Die L-Tryptophanreichsten pflanzlichen Lebensmittel sind: Nüsse (besonders Cashew-Kerne), Bohnen (besonders Sojabohnen) sowie Samen (Sonnenblumenkerne, Sesam, Amaranth, Quinoa, Hafer, Hirse), Weizenkeime und Pilze.

Da es Cashewkerne kaum in Rohkostqualität zu kaufen gibt und Sojabohnen nicht roh verzehrt werden können, bleiben als ideale L-Tryptophan-Lieferanten die Gruppe der Samen übrig. Da hier besonders die beiden Kraftpakete Amaranth und Quinoa außerdem sehr vitalstoffreich sind, kommen sie in die engere Wahl.

Interessant ist auch, dass Früchte im Grunde relativ wenig L-Tryptophan enthalten, Untersuchungen aus dem Jahre 2009 jedoch deuten darauf hin, dass es nach dem Genuss von Früchten mit einem hohen Gehalt an Chinasäure (z. B. Wildheidelbeeren, Kiwi, Cranberry, Preiselbeeren, Pflaumen und Pfirsiche) im Magen-Darm-Trakt zu einer vermehrten Bildung von L-Tryptophan komme.

Kaffee fördert Serotoninmangel

Außerdem muss bei einer idealen L-Tryptophan-Versorgung darauf geachtet werden, dass es Lebensmittel gibt, die den Aufbau von Serotonin aus L-Tryptophan nachhaltig hemmen können.
Zu den größten Serotonin-Blockern gehören einerseits proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch- und Milchprodukte und andererseits der gute alte, für viele Menschen so unverzichtbare Kaffee.
Koffein nämlich hemmt ein Enzym, welches aus L-Tryptophan sehr gerne Serotonin herstellen würde, stünde da nicht ständig dieses braune Gebräu im Wege.
Viel Gemüse, Obst, mageres Fleisch, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte verdrängen den Winterspeck.

Bei andauernder Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsproblemen kann ein Mineralstoff- und Hormoncheck Auskunft über die genaue Ursache geben, die dann mit einer gezielten Mikronährstoff-Therapie oder Unterstützung der Hormonsynthese behandelt werden kann.

Mein Tipp gegen Frühjahrsmüdigkeit und Arbeitsstress:

Lassen Sie Ihren Vitamin D3 und Homocystein-Spiegel bestimmen. Starten Sie durch mit LaVita Saft 2 x 1 Esslöffel und L-Thyrosin. L-Theanin aus grünem Tee zum Abend kann Ihnen helfen besser abzuschalten.