Unter dem Begriff Neurostress wird eine große Zahl neuro-endokriner Funktionsstörungen zusammengefasst. Bei Störungen in diesem System ist die Analyse von Neurotransmittern (Botenstoffen des Nervensystems) die Basis für eine mögliche Therapie.

Als Stress kann die Reaktion des Individuums auf zunehmenden Leistungsdruck und Reizüberflutung verstanden werden. Stress hat sich inzwischen zum populären Sammelbegriff für alle Folgen von Belastung, Hektik und Überforderung entwickelt. Fast die Hälfte der Bevölkerung westlicher Länder empfindet sich selbst als überlastet oder „gestresst“.

Belastungen jeglicher Art sind „Stressoren“, die im Übermaß tief greifende Gesundheitsstörungen hervorrufen können. Man denkt dabei an psychische oder berufliche Belastungen, tatsächlich setzen jedoch alle Arten von Stress im Organismus ein nahezu identisches Anpassungsprogramm in Gang. Häufiger Schlafmangel oder zu reichliches Feiern bedeutet für den Körper ebenso Stress wie akute oder chronische Infektionen.

Da evolutionäre Anpassungen an neue Umweltbedingungen sehr langsam von statten gehen, lebt der zivilisierte Mensch in den Industrienationen heute in einer Umgebung, an die er biologisch nur sehr unzureichend angepasst ist. Gerade innerhalb der letzten 100 Jahre hat sich immens viel in der Umwelt, der Ernährung und den Lebens- und Arbeitsbedingungen verändert. Nicht nur die Vielzahl, sondern vor allem die Menge ständig auf uns einwirkender Reize hat enorm zugenommen.