ZungeNarben können den Körper durch mindestens vier verschiedene bekannte Mechanismen beeinträchtigen:

  • mechanische Störung
  • energetische Störung
  • neurologische Störung
  • emotionelle Störung

In jedem dieser 4 Ebenen

ergeben sich bestimmte Auswirkungen und setzten bestimmte Narben-Entstör-Methoden an.

Die mechanische Störung besteht darin, dass die Dehnbarkeit des Gewebes eingeschränkt ist. Damit verzerrt sich die Propriozeption (die Selbst-Wahrnehmung des Körpers), die auch im Zusammenhang mit der Körperhaltung eine entscheidende Rolle spielt. (Diesbezüglich sind Narben an Rumpf, Hals und an den Beinen natürlich wesentlich bedeutsamer als etwa Narben an den Armen.)
Die Entstörung muss bezüglich dieser Ebene bewirken, dass die Beweglichkeit und Dehnbarkeit des Gewebes der Narbe und des Narbenumfelds wieder möglichst gleich gut ist (wie diejenige der übrigen Körperbereiche), insbesondere aber der symmetrisch liegenden Bereiche auf der gegenüberliegenden Körperseite.

Die energetische Störung tritt dann auf, wenn die Narbe einen der Akupunkturmeridiane beeinträchtigt, oder eine sonstige Energieleitbahn. Auch eine punktuelle Störung ist möglich. Ob dies eventuell der Fall ist, zeigen die Schemata der Energieleitbahnen der Akupunktur, der Chakren und Nadis, und anderer Energieflusssysteme, sowie der Reflexzonenzuordnungen (Fussreflexzonen, Ohrakupunktur /  Auriculotherapie, Nasenakupunktur, Schädelakupunktur etc.). Energetische Störungen können auch als Fernwirkung ganz weit von der Narbe auftreten: Eine Narbe irgendwo auf dem Blasenmeridian kann zu Problemen mit den Augen führen (Energiestau, der den Anfangspunkt des Meridians betrifft), bis hin zu den Zehen (Energieleere, der den Endpunkt des Meridians betrifft), oder irgendwo dazwischen. Außerdem wird wahrscheinlich das korrespondierende Organ betroffen sein: beim Blasenmeridian also die Blase und die Harnwege.
Die Entstörung muss bezüglich dieser Ebene bewirken, dass die Energie wieder harmonisch fließen kann, weder „flussaufwärts“ staut noch „stromabwärts“ fehlt. Auch muss einer lokalen Überreizung ein Ende gesetzt werden. Solche lokale Dauer-Reize werden insbesondere durch absichtlich zugefügte Narben mit eingesetzten „Schmuckstücken“ bewirkt: Sie werden leicht einsehen, dass ein metallischer Ohrschmuck oder ein Nabelpiercing eine vergleichbare, jedoch zeitlich unbegrenzte Wirkung hat wie eine entsprechende Akupunktur-Nadelung.

Die neurologische Störung besteht darin, dass bei jeder Schnittverletzung Nervenbahnen durchtrennt werden. Insbesondere im Fall einer (beabsichtigten oder unbeabsichtigten Amputation) ist wohlbekannt, dass die offenen Nervenenden oft andauernd Signale an das Gehirn leiten, die dem Gehirn weismachen, da sei ein Sinnesreiz an der Stelle des ursprünglichen Körperteils. Das sind Phantom“schmerzen“, wobei die illusionäre Wahrnehmung nicht immer als Schmerz, sondern beispielsweise als Hitze-Empfindung, Kitzeln oder Misempfindung auftreten kann. Offene Nervenfasern sind nicht nur die Folge von Amputationen, sondern auch von Schnitten ins gesunde Gewebe, inclusive Operations-Schnitten. Wer denkt aber an Phantom-Empfindungen, wenn nicht eine Extremität entfernt worden ist?
Die Entstörung muss bezüglich dieser Ebene bewirken, dass die offenen Nervenenden neutralisiert werden und heilen können.

Die emotionelle Störung hat damit zu tun, dass viele Narben aufgrund einer hochgradig traumatischen Erfahrung entstanden sind. Dies ist nicht nur bei Unfällen so, sondern häufig auch bei Operationen: Nicht immer wird eine Operation als heilender Eingriff erfahren, und nicht immer verläuft eine Operation so erfolgreich, dass die positiven Aspekte alleine im Raum stehen.
Die Entstörung muss bezüglich dieser Ebene bewirken, dass die Narbe nicht mehr mit negativen und unverarbeiteten Emotionen behaftet ist. Die Narbe muss voll und ganz akzeptiert werden als Teil der individuellen Biographie: eine körperlich gewordene Erinnerung an ein einschneidendes, aber auch prägendes und individualisierendes Ereignis im Leben. Wir haben keine Entstörung erreicht, solange Sie Ihre Narbe noch irgendwie als „fremd“ und „unangenehm“ empfinden. Sie müssen sich Ihre Narbe „zu eigen machen“, d.h. sie vorbehaltlos als Teil von sich selbst akzeptieren.

Vollständigkeit der Narbenentstörung

Unvollständige Narbenentstörungen sind die Regel:

  • Ärzte und Chirurgen geben sich in der Regel damit zufrieden, wenn eine Wunde so verheilt ist, dass nicht mehr blutet, eitert. Wenn die Fäden gezogen sind, ist der Fall üblicherweise erledigt. Eine Nachbehandlung mit Narbensalbe bleibt, sofern sie überhaupt angeboten wird, oberflächlich.
  • Viele Therapeuten machen Narbenbehandlung. Jede therapeutische Gruppe kümmert sich vorzugsweise um die Ebene, auf der die eigene Therapie-Tätigkeit angesiedelt ist. Verständlich, aber unbefriedigend.
  • Wenn Sie nun über die vier notwendigen Ebenen der Narben-Störwirkung und Narben-Entstörung informiert sind: Was halten Sie jetzt aus Patienten-Sicht von dieser üblichen Unvollständigkeit, diesem verbreiteten Flickwerk. Haben Sie auch nur einen Fall einer Narbenentstörung erlebt oder davon gehört, bei er alle der obengenannte vier Ebenen aufgeführt und in Angriff genommen wurden?
  • Unvollständige Narbenentstörung kann schon eine gewisse Besserung bewirken, ist aber nicht auf lange Zeit stabil, nicht nachhaltig: dies zeigt die Erfahrung. Unvollständige Entstörung bewirkt eben nicht, dass Sie sich ihren betroffenen Körperbereich wieder voll und ganz „zu eigen gemacht“ haben: er bleibt Fremdkörper.


Ergänzende Hinweise

  • auf Schmucknarben an Ohren und am Nabel ist bereits hingewiesen worden
  • besonders pathologisch kann es sich auswirken, wenn Sie mehrere solche Schmucknarben mit unterschiedlichen Metallen bestückt haben: dann treten zusätzlich galvanische Effekte auf (entsprechend einer Elektro-Akupunktur), die zudem Metallionen elektrochemisch in den Körper schleusen: das kann verheerend sein, wenn es sich um allergene Metalle wie Nickel, oder Schmucklegierungen mit Schwermetallen handelt.
    Natürlich gibt es nicht nur Interaktionen zwischen Schmuck und Schmuck, sondern auch mit allen anderen Metallen im und am Körper. Dazu gehören Implantate wie Platten und Schrauben zur Fraktur-Stabilisierung, dazu gehören auch die Kupfer-Spirale zwecks Empfängnisverhütung, und alle Metalle im Mund und Kiefer: Brücken, Amalgamfüllungen, Goldkronen, Titanstifte von Stiftzähnen,  Metalldrähte und -Bügel zur Zahnstellungskorrektur etc.
  • besonders gravierend sind Störungen durch Narben auf der Körper-Mittelachse: denken Sie dabei an Dammrisse, Dammschnitte, Kaiserschnittnarben, Genital-Piercings, Nabelpiercings, Zungenpiercings.
  • auch jede Operation hinterlässt eine Narbe. So kann es sein, dass eine Operation aus Sicht des Chirurgen erfolgreich war, aber der Patient keine Besserung empfindet: Die Summe der zwangsläufigen unliebsamen Nebeneffekte kann ohne weiteres so groß sein, dass sie den positiven angestrebten Effekt aufhebt, wenn nicht gar übersteigt. Überlegen Sie sich dies, bevor Sie sich voreilig zu einer Operation entschließen.
  • Als fünften Mechanismus kann man erwähnen, dass jede nicht vollständig entstörte Narbe schon bei leichter Berührung das Stresshormon Adrenalin (als Gewebshormon) freisetzt.  Die Narbe stört also auch gemäß einem fünften, hormonellen Mechanismus.