SteineWann haben Sie das letzte Mal Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen?
Mit einem kleinen Piks und einem Röhrchen Blut, das ins Labor gesendet wird, können Sie ihren aktuellen Zustand der Schilddrüse überprüfe lassen.
Neben den eigentlichen Schilddrüsenwerten ist es aber auch wichtig, sich die schilddrüsenrelevanten Mikronährstoffe (Eisen, Selen und Jod) anzuschauen, denn ohne sie kann die Schilddrüse nicht optimal arbeiten.

Bei Fragen hierzu sprechen Sie mich gerne an.

Was sollte ein Patient mit einer Schilddrüsenerkrankung bei der Auswahl seines Urlaubsziels und seinen Urlaubsaufenthalt wissen:
Während einer akuten Krankheitsphase, z.B. einer manifesten Schilddrüsenüberfunktion (Morbus Basedow), ist von anstrengenden Urlaubsreisen mit Langzeitflügen und extremen Temperaturwechseln grundsätzlich abzuraten. Die medikamentöse Einstellung erfordert eine konstante, medizinische Betreuung. Auch unmittelbar vor oder nach einer Schilddrüsenoperation oder Radioiodtherapie sind Fernreisen oder Urlaubsaufenthalte in jodhaltiger Luft, beispielsweise an der Nordsee, nicht empfehlenswert.

Wenn die Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung schon etwas länger zurückliegt, die Schilddrüsenerkrankung gut behandelt wird, normale Schilddrüsenwerte vorliegen und dadurch im Alltag eine weitgehende Beschwerdefreiheit besteht, gibt es für diese Patienten keine generellen Einschränkungen bezüglich Urlaubsreisen. Im Zweifelsfall, d.h. insbesondere bei Vorliegen weiterer Erkrankungen und Einnahme zusätzlicher Medikamente, sollte jedoch immer die Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten gesucht werden.

Heilbäder mit Jodquellen
Grundsätzlich gilt, wer auf Jod empfindlich reagiert, weil er z.B. an einer Hashimoto-Thyreoiditis oder einem Morbus Basedow erkrankt ist, sollte auf den Urlaub in Heilbädern mit Jodquellen lieber verzichten. Im Gegensatz dazu wird bei den Jodmangelerkrankungen der Schilddrüse ein Aufenthalt in diesen Kurorten empfohlen.

Urlaub an der Nord- und Ostsee
Jod wird nicht nur über die Ernährung, sondern auch über die Haut (z.B. beim Baden im Meer) und die Atemwege aufgenommen. Deshalb kann ein Aufenthalt an der Nordsee bei Schilddrüsenüberfunktionen aber auch bei Hashimoto Patienten (Entzündung der Schilddrüse) durchaus zur Verschlechterung des Befindens führen. Schilddrüsenunterfunktionen, besonders, wenn Sie durch einen Jodmangel hervorgerufen werden profitieren hingegen von einem Urlaub an der See.

Wissenswertes zum Jodgehalt der Luft:

  1. Direkt am Meer ist der Jodgehalt der Luft höher als im Binnenland.
  2. Aufgrund der Wasserverdunstung ist der Luft-Jodgehalt im Sommer höher als im Winter.
  3. Während der Ebbe wird vermehrt Jod aus den Schlickflächen (Braunalgen, Blasentang) in die Luft freigesetzt.

Auslandsreise
Bei einer bestehenden Überfunktion der Schilddrüse sollten sehr anstrengende, weil den Kreislauf stark belastende Reiseziele wie Gegenden mit einem schwül-heißen Klima (Tropenregionen) besser gemieden werden.
Von verstärkten gesundheitlichen Problemen berichteten Schilddrüsenpatienten, die in Australien, China (Hongkong), Dominikanische Republik, Indonesien (Bali), Japan, Thailand (Bangkok) oder USA waren.

Reiseschutzimpfungen
Ob Reiseschutzimpfungen die Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis) auslösen oder verschlechtern können wird seit längerem kontrovers diskutiert. Nachfolgend ein Zitat des Schilddrüsenspezialisten Prof. Heufelder „Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, insbesondere mit Morbus Basedow, sollten vor der Applikation bestimmter Impfungen wie z.B. der Gelbfieber-Impfung mit ihrem Schilddrüsenarzt sprechen. Durch die Impfungs-bedingte Stimulation des Immunsystems können in Einzelfällen Probleme durch eine Aktivierung des Morbus Basedow auftreten. (Prof. Dr. Heufelder „Schilddrüsenerkrankungen und Urlaubsreisen“ 05.07.06, Journal MED).

Reiseapotheke
Das Wichtigste ist – Die Medikamente und Mikronährstoffe nicht vergessen! Bei Flugreisen die Präparate unbedingt im Handgepäck unterbringen falls der Koffer verloren geht. Für USA-Reisende ist ein ärztliches Attest über die Art der Schilddrüsenerkrankung und Dosierung der Medikamente empfehlenswert.

Neben den ärztlich verordneten Schilddrüsenmedikamenten sollte eine Reiseapotheke folgendes enthalten:
– Pinzette und Schere
– Wunddesinfektionsmittel
– Wundheilsalbe
– Verbandsmaterial
– Fieberthermometer
– Mittel gegen Schmerzen, Fieber und Erkältungssymptome
– Mittel gegen Reiseübelkeit und Erbrechen
– Mittel gegen Verstopfung
– Mittel gegen Durchfall
– Elektrolytlösung
– Mittel bei Sonnenbrand und Insektenstichen

Lagerung von Schilddrüsenmedikamenten
Schilddrüsenhormone sollten möglichst nicht längere Zeit über 25°Celsius, nur bei geringer Luftfeuchtigkeit und dunkel gelagert werden. Deshalb einige Tipps: Auf Reisen grundsätzlich nur den benötigten Bedarf und nicht die komplette 3-Monatspackung mitnehmen. Die Medikamente nicht im Handschuhfach des Autos transportieren oder auf der Fensterbank eines überheizten Hotelzimmers lagern, sondern z.B. in einer Thermobox verstauen oder in einer Schublade aufbewahren.

Schilddrüsenmedikamente & Zeitverschiebung
Die regelmäßige Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten und Mikronährstoffen ist zwar sehr wichtig, andererseits ist das einmalige Auslassen oder einmalig zeitlich verzögerte Einnehmen für die überwiegende Mehrzahl der Schilddrüsenpatienten kein Problem. Deshalb ist es ratsam den üblichen Einnahmerhythmus, z.B. immer morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück, auch am Urlaubsort entsprechend der Ortszeit beizubehalten. Hilfreich kann hier eine Tablettenbox mit Timer sein.

Jodhaltige Ernährung
In bestimmten Regionen (Nord- und Ostsee, Mittelmeer, Skandinavien, Asien) sind Fisch, Meeresfrüchte und Algen oft ein Hauptbestandteil der Ernährung. Die Verträglichkeit ist bei Schilddrüsenkranken mit einer Überfunktion der Schilddrüse und bei Hashimoto Patienten individuell sehr unterschiedlich, aber um kein unnötiges Risiko einzugehen sollten diese Schilddrüsenkranken diesbezüglich lieber etwas zurückhaltender sein. Aufpassen müssen schilddrüsenkranke Patienten mit einer Überfunktion bei den gerade in Deutschland sehr beliebten Trinkkuren. Denn dabei wird nicht selten Wasser aus örtlichen Jodquellen oder neuerdings auch abgefülltes Jodwasser (z.B. Aqua Sola, Jodis) gereicht. Dies heizt die Schilddrüsenproduktion und gegebenenfalls auch die Entzündung dann noch zusätzlich an.